Superfood - mehr als ein Trend?

28.09.2021  — Susann Damati.  Quelle: Verlag Dashöfer GmbH.

Obst, Gemüse, Kräuter, Nüsse und Saaten, Hülsenfrüchte und gesunde Öle – all diese Nahrungsmittel sollten sich in einem abwechslungsreich und ausgewogen in deiner Ernährung wiederfinden. Einige Produkte scheinen echte Stars am Ernährungshimmel zu sein, man sagt ihnen als Superfood wahre Zauberkraft nach. Aber ist das, wo „super“ drauf steht, auch wirklich gut oder sogar besser als andere Lebensmittel?

Superfood gleich super gut?

Superfoods sind ein echter Marketing-Hit. Man könnte fast meinen, dass es vor der „Entdeckung“ der Superfoods keine wirklich gesunde Ernährung gegeben hätte, was ja so kaum stimmen kann.

Was macht Food denn so „super“? Der Begriff „Superfoods” impliziert, dass in dem Nahrungsmittel ein besonders hoher Anteil an Vitalstoffen, vor allem Antioxidantien, steckt. Oftmals werden unter dieser Rubrik allerdings auch Nahrungsergänzungsmittel verkauft, die in einer ausgewogenen Ernährung nicht unbedingt erforderlich sind. Sei daher kritisch, kauf nicht alles, was nur nach „Superfood“ klingt, in Wahrheit aber überteuertes Kunstprodukt ist.

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Wundermittel Antioxidantien: Was steckt dahinter?

Antioxidantien gelten als echte Zaubermittel, die gesund, jung und schön machen. Und wer möchte nicht all das gleichzeitig und sofort haben?

Woher kommen oxidative Schäden?

Der menschliche Organismus wird fast täglich mit oxidativem Gift konfrontiert. Rauchen, chronische Entzündungen, radioaktive oder elektromagnetische Strahlung, Konservierungs- und künstliche Aromastoffe sind Beispiele für eine oxidative Belastung, mit der unser Körper ggfs. zu kämpfen hat.

Wer sind die freien Radikale und wofür sind sie verantwortlich?

  • Durch Stoffwechselprozesse setzt unser Körper freie Radikale ab. Es sind aber auch schädliche Stoffe, die wir dem Körper zuführen (Rauchen, Umweltgifte, Strahlung, Drogen, schlechte Ernährung,).
  • Werden diese freien Radikale im Körper nicht eingefangen oder verbinden sie sich untereinander, entsteht oxidativer Stress. Neue, veränderte Moleküle bilden sich, verändertes Gewebe entsteht, das keine Funktion oder stattdessen sogar Fehlfunktionen hat.
  • Oxidativer Stress erhöht das Risiko für folgende Erkrankungen: Rheuma, Herzerkrankungen bis zum Herzinfarkt, Störungen im Immunsystem, Krebs, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Autoimmunerkrankungen.

Was leisten Antioxidantien?

  • Sie fangen oxidative, schädlich wirkende Substanzen, die sogenannten freien Radikale ab und machen sie unschädlich.
  • Antioxidantien kommen zum Beispiel ins Spiel, wenn du frisch geschnittenes Obst mit Zitronensaft beträufelst, damit es nicht bräunlich wird und weiterhin frisch aussieht. Das Vitamin C wirkt antioxidativ.

Welche Antioxidantien gibt es?

Es gibt fünf Gruppen von Antioxidantien: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe – wie die Polyphenole in den Weintrauben – und Enzyme. Dabei scheint die Kombination von verschiedenen antioxidativen Lebensmitteln eine Potenzierung der Wirksamkeit zu verursachen.

Antioxidantien Hier findest du sie:
Vitamin C Zum Beispiel: Zitrusfrüchte, Paprika, grünes Gemüse, Erdbeeren
Vitamin E Zum Beispiel: Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Haselnüsse, Mandeln, Eier
polyphenolische Antioxidantien (Resveratol und Flavonoide) Zum Beispiel: Kakao, Kaffee, Olivenöl, Soja, Oregano, Zimt
Spurenelemente (wie Zink oder Selen) entfalten mit Enzymen zusammen ihre antioxidative Wirkung Selen: Fisch, Vollkorngetreide, Sojabohnen, Eier
Zink: Grünes Blattgemüse, Vollkorngetreide, Eier
Carotinoide Karotten, Kürbis, getrocknete Aprikosen etc.

Es gibt also echte Superfoods, die Du ohne großen Aufwand auf dem Markt, im Bioladen oder im Supermarkt kaufen kannst. Und „super“ ist viel mehr als nur Goji-Beeren, Acai-Beeren oder Ingwer.

Wusstest du schon, wie viel natürliche Power in den einzelnen Lebensmitteln steckt?

Nutzt du sie konsequent, um dich fit und gesund zu halten?

Einfach nur lecker und vielseitig:

Beeren

Echte Power-Pakete, vitaminreich, mit Antioxidantien – mit der „Bauernregel“: Je dunkler die Beere, umso gesünder ist sie.

  • Brombeeren (die Antioxidantien werden gegen freie Radikale aktiv, senken den Blutdruck, unterstützen das Entgiften, sind reich an Vitamin E, C und Provitamin A, und die Blätter helfen bei Erkältungen als Tee)
  • Erdbeeren (enthalten mehr Vitamin C als Orangen, enthalten Mangan, Folsäure und Kalium, beruhigen den Magen und stärken das Herz)
  • Himbeeren (hoher Eisengehalt, reich an Antioxidantien, gut für den Stoffwechsel)
  • Heidelbeeren (reduzieren Entzündungen, stärken das Immunsystem, senken Blutfette)
  • schwarze Johannisbeeren (reich an Vitamin C, Kalium und Phosphor sowie an Antioxidantien, wirken antibakteriell und fördern die Sehkraft. Gut als Gelee, Sirup oder roh als Ergänzung zu sehr süßem Obst im Salat, Müsli oder Smoothie!)
  • Cranberrys (Antioxidantien-Power-Pakete, gute antibakterielle Wirkung. Wunderbar als Saft oder getrocknet für Müsli etc.)
  • Gojibeeren (reich an Antioxidantien und reich an Carotinoiden, die den Stoffwechsel, das Gedächtnis und den Schlaf unterstützen. Als Saft oder getrocknet für die Portion Müsli zum Frühstück sind die ein echtes Kraftpaket!)

Klein, aber oho:

Samen

Für eine gesunde Haut, fördern die Entgiftung, schützen Herz und Blutgefäße. Samen sind voller Proteine, Eisen, Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren, wie zum Beispiel Chiasamen, Mohnsamen, Rotkleesamen, Hanfsamen. Samen können geröstet und gemörsert Gemüsepfannen köstlich abrunden.

Meereskraft auf den Tisch:

Algen

Hohe Konzentration an Kalzium, Magnesium, Kalium, Zink – wirken entgiftend und bekämpfen Infektionen. Zum Beispiel Spirulina-Algen und Chlorella-Algen.

Gesund und Lecker.

Kakao

Reich an Antioxidantien, stärkt das Immunsystem, schützt das Herz, gut für Magen und Darm. Kakao-Nibs passen prima in das Müsli oder die Joghurt-Chia-Kokosflocken-Obstschale zum Frühstück.

Vielleicht als Salat unterschätzt:

Rucola

Wurde früher wie ein Heilkraut verwendet und ist so ein echtes Wunderwerk der Natur. Kalorienarm, entgiftend, schützt vor Infektionen, gut für die Augen und die Haut). Der scharfe Rucola-Salat verträgt sich wunderbar mit Früchten, Ziegenkäse und Nüssen.

Das Allround-Wundermittel

Ingwer

Enthält entzündungshemmende Öle, ist ein Allrounder bei Erkältungen, hilft bei Magenverstimmungen). Ein echter Klassiker in der gesunden Ernährung ist Ingwerwasser, das Du schon vor dem ersten Bissen zum Frühstück trinkst. So beruhigst du den Magen. Heißer Ingwer mit Honig ist ein Alltime-Favorit, vor allem im Winter. Und zu guter Letzt würzt Ingwer Curry-Gerichte angenehm scharf.

Rotes Kraftpaket:

Granatapfel

Antioxidantien, die unsere Arterien geschmeidig halten, schützt vor Viren.

Immer populärer:

Kurkuma

Curcumin wirkt entzündungshemmend, beugt Schäden durch freie Radikale vor und wirkt präventiv bei Arterienverkalkung). Gibt es als Tee, als Shot mit Ingwer oder Sanddorn, lässt sich aber auch roh oder getrocknet als Pulver wunderbar in Curry-Gerichte einbauen.

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Bild: rh2010 (Adobe Stock, Adobe Stock Standardlizenz)

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